Lockdown "hart" 2 - day 10 - über den Nikolaus, Motivation und Sportfotografie

Heute in der Zeitung zu lesen: Der Nikolaus darf kommen! (Im asexuellen Sinne) "Nikolo kommt mit Babyelefant" die Schlagzeile. Bis zur Haustür unter Einhaltung aller Corona-Regeln! Bisher galten diese "Immer mit einem Stück Limette und aus der Flasche saufen!". 2020 hat alles verändert. Auch den Nikolaus-Besuch. Wie wird das ablaufen? Die Familie hockt mit Masken und Sicherheitsabstand in der Stube, still und leise, wartet bis das "Trööörrrrrröööööööö" des Abstandhalters (ob indischer oder afrikanischer Herkunft wurde noch nicht geregelt) ertönt. "Der Nikolaus ist da!" Raus gelaufen, auf die Tür, davor der Elefant mit rot-weißen Filzpatschen, dahinter der Nikolaus, auf dessen Stab heuer erstmalig mit neongelben Klebeband auf 1,5 m-Höhe eine Markierung angebracht ist. Belzebub, der um diese Jahreszeit unter dem Synonym "Krampus" aktiv ist, steht mit respektvollem Rutenabstand rechts vom Nikolaus und hält den angeleinten Abstandselefanten. "Hände hoch! Das ist ein Überfall!" tönt es dumpf unter des Nikolauses Maske, der sich darauf lachend für den Scherz entschuldigt. Er meint es würde die diesjährige Situation ein wenig auflockern. Dann mit ernster Stimme "Ich bin der Nikolaus. Auch ich setze eine Maske auf! Seid ihr auch alle brav gewesen? Habt ihr Abstand gehalten und immer brav die Maske getragen? Denn wenn nicht, dann macht der Krampus jetzt einen PCR-Test mit Euch!" Dann drängt sich der kleine Bub nach vorne und sagt sein Nikolaus-Gedicht auf "Oh Nikolaus, oh Nikolaus! Wie schaust denn Du bloß aus? Der Bart er steht unter der Maske weg vom Gesichte! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die soo richtig abdichte     ....           t!"

Für die unter Euch, die es mit ihren Kindern lernen wollen - die "fett" geschriebenen Silben werden betont, die Stimme leicht erhoben. Wichtig, um die Dramaturgie zu steigern, ist die Sprechpause vor dem "t". Bei der streng betonten Aussprache des "t's" bitte unbedingt einen Maske tragen, sonst wird der Abstandselefant angespuckt, Aerosole fliegen deutlich sichtbar durch die Luft. Der Nikolaus springt panikartig zurück, schlägt dabei mit seinem Stab in Kampfkunstmanier mit lautem Schrei dem Krampus mitten ins Gesicht, der sich laut fluchend die Nase hält, aus der rotes Blut herausschießt (noch mehr Aerosole!), lässt gleichzeitig die Halteleine fallen! Der Mini-Elefant nützt den Moment der Freiheit und galoppiert laut trötend davon, was wiederum schlecht für den Krampus ist, da sich die Abstandshalter-Elefantenleine um seinen Knöchel verwickelt hat und er in bester Wild-West-Manier vom Elefanten am Boden liegend, hinter sich her geschliffen wird. Die Geburtsstunde des Nikolaus-Cluster und der Mär von "Wenn du nicht brav warst, dann kommt dich der Abstands-Mini-Elefant holen!". An das haben die Herren in Wien mal wieder nicht gedacht. Eine KURZsichtige Denkweise sozusagen!

Motivation

Zu Mittag gibt's für das Pubertier Gemüsesuppe vom Vortag. Gewürzt mit Erzählungen aus der heutigen Schulbetreuung. "Papa! Heute haben wir uns Bilder von einer Raucherlunge angesehen! Weißt wie grausig?" "Jaaaaa, ich weiß, darum am besten nie mit dem Rauchen anfangen. Mahlzeit mein Kind." "Ja, aber das war total grausig! Da waren zwei Lungen von Leichen auf so einem Tableau und da waren Schläuche raus und die Lunge war total dunkelrot und zerfallen!" "Mjjjjjjaaaaaaaaa ... aber wir essen trotzdem jetzt ... Mahlzeit!" Wunderbares Tischgespräch. Sehr appetitanregend.

Mir fällt ein, dass ich heute noch Frankfurter hätte kaufen und in die Suppe schneiden sollen. Hab's vergessen. Dennoch ein willkommener Themenwechsel. "Oh. Ich hab vergessen Frankfurter zu kaufen." "Dann ist es jetzt eben eine vegetarische Suppe. Ist ja auch nicht schlimm." antwortet die Maus. Ich liebe dieses Kind. Ihre herrlich unkomplizierte Sichtweise der Dinge, ihr frohes Gemüt. Mein Sonnenschein. Danach geht's weiter zu Homeschooling. Hooohhhmmmmschoooollllliiinnnnng. Düstere Wolken ziehen auf.

Schön langsam geht mir die Motivation aus. Musik. Ein fester, extrem wichtiger Bestandteil meines Lebens. Ich spiele seit über 30 Jahren Gitarre, nicht schlecht, wie manche behaupten. Ich kann aber trotzdem keine Noten lesen. Hab ich auch nicht gebraucht. Jetzt soll ich ihr genau das beibringen und die Aufgaben auf einem schlecht kopierten Zettel entziffern. Der Aufgabenzettel ist aber auch auf einer Plattform abgespeichert. Ich drucke ihn aus, erkläre ihr die Aufgaben und arbeite weiter. Zwei Stunden später kann ich ganze, halbe, Viertel- und Achtel-Noten lesen und sie ihre Aufgaben abschicken. Also ich kann mich wesentlich leichter für Sport und Bewegung motivieren, als für solche Homeschooling-Challenges. Wobei wir auch beim heutigen Thema wären - Sportfotografie.

Sportfotografie

Sportfotografie erklärt sich ja irgendwie von selbst. Ich bin auch nicht der Sportfotograf, der jetzt zu Rennen oder irgendwelchen Sportevents pilgert. Mich interessiert wiederum die direkte Zusammenarbeit mit dem/der Sporttreibenden. Daher beschränken sich meine Sportfotos entweder auf auftragsbezogene Geschichten, wie die Feuerwehrolympiade 2017, Werbeshootings oder eben private Shootings mit Leuten, die Fotos von sich beim Sport haben wollen.

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