Lockdown "hart" 2 - day 15 - über meine Rede zur Lage der Nation, Friseure und Outdoorfotografie

Hart, aber schmerzlich. Lockdown hart, Tag 14. Es ist der erste Dezember im Lockdown. Sowohl was das Datum, als auch den Monat selbst betrifft. Ich lese meine E-Paper-Zeitung. Gott geht's mir schon am Arsch. Wobei die innere Trägheit und Corona-Müdigkeit schon so ausgeprägt ist, dass mir das "Geht's mir schon am Arsch" meiner inneren Stimme eher so wie ein inneres Geflüster in den hinteren Hallen meines Denkareals erscheint. Morgen galoppieren die vier apokalyptischen Reiter aus ihren gut durchlüfteten, aerosolarmen Ställen zur Pressekonferenz um die frohe Botschaft zu verkünden! Was werden sie wohl sagen? Ich überlege mir, was ich abgesehen von Fotografie beruflich machen könnte. Ein weiteres, finanzielles Standbein? Oder überhaupt "umsatteln"? Ich könnte Reden für unsere Politiker verfassen. Ich würde vor allem wieder einmal auf Authentizität großen Wert legen! Dass mir Authentizität wichtig ist, wissen treue Blogleser (das "treue" bezieht sich auf die Regelmäßigkeit mit der meine Blogbeiträge gelesen werden, das andere kann ich nicht beurteilen und ja, er pfeift schon wieder auf's Gendering. Wobei ich das Gendering der poliltical correctness in meiner Rede natürlich berücksichtigen werde!) bereits. Und hier mein Entwurf für die morgige Ansprache:

"Liebe Österreicherinnen, liebe Österreicher, liebe Quarantänisierte und Quarantänisiertinnen, böse positiv Getesteten und liebe negativ Getesteten. Wir haben in den letzten Tagen auf vieles verzichten müssen. Auch ich habe in den letzten Tagen auf vieles verzichten müssen. Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist und ein hohes Maß an Einsatz von Ihnen, Ihren Lieben, aber auch mir verlangt hat und auch weiterhin verlangen wird. Aber die von mir getroffenen Maßnahmen haben gezeigt, dass der harte Lockdown, den ich ja schon viel früher machen wollte, aber die anderen haben nicht mitgespielt, erste Wirkung zeigt! Wir dürfen jetzt nicht nachlassen und nicht müde werden! Nur so können wir es schaffen, vom Welt-Nachsitzer wieder zum Welt-Musterschüler zu werden! Natürlich können Sie jetzt sagen, ich hätte mit meinen Mitunverantwortlichen in den Sommermonaten ein schlüssiges Konzept entwickeln können. Wir hätten in den Krankenhäusern für entsprechende Kapazitäten oder gar Einrichtung  von Covid-Stationen sorgen können. Wir hätten auf Ärztevertreter hören können, die gemeint haben, dass Massentests bei gesunden Menschen nicht zielführend wären. Aber ich kenne leider niemanden, der einen kennt, der sich auskennt und dann haben wir eben Ampeln gebastelt und nachdem die Ampel nix gebracht hat, hab ich mir gedacht am besten ist, wir sperren einfach fast alles wieder zu. Außer die Fotostudios. Die dürfen offen haben. Bitte bleiben Sie zuhause. Sie können raus, wenn Sie zum Arzt müssen, außer wenn Sie krank sind. Dann rufen Sie bitte 1450. (Was soll das helfen, wenn ich krank Zuhause sitze und "1450!!!!" schreie???) Sie können raus, wenn Sie alleine Sport treiben. Künftig noch mehr. Unter freiem Himmel und alleine. Aber der Himmel muss frei sein. Bei Bewölkung nicht. Sie können auch zum Essen-Einkaufen raus gehen. Ah ja! Und die Fotostudios haben auch offen! Das ist wichtig. Auch ist es ganz entscheidend, dass die Leute Abstand halten. In Zeiten wie diesen ist es von großer Bedeutung, dass jeder mit gebührendem Abstand neben sich steht.  Aber es gibt auch gute Nachrichten. Wir werden lockerer. Wir werden im ersten Schritt die Schulen wieder aufsperren. Damit hier keine neue Hotspots entstehen, wird die maximale Schüleranzahl in einer Klasse in direkte Abhängigkeit zur Klassenraumgröße gestellt. Es dürfen je 10 m² ein Schüler oder Lehrer in der Klasse sein.  Wenn man zum Beispiel eine Klasse mit 8 Meter mal 5,5 Meter hat, dann beträgt die Fläche dieser Klasse 44 m². In dieser Klasse dürfen dann zum Beispiel entweder 4 Schüler und 0,40 Lehrer sein oder zum Beispiel 4 Lehrer und 0,40 Schüler. Sie sehen schon, wir haben die letzten Wochen des Lockdowns genutzt um uns ein System zu überlegen, das es uns ermöglicht so rasch wie möglich wieder zu einer normalen Abnorm zu gelangen. Allerdings wird diese Lockerung davon abhängen, wie viele von Ihnen sich testen lassen! Wir haben dafür Sorge getragen, dass sich jeder massenweise testen lassen kann! Wenn einer zum Beispiel 10 Tests macht, dann werden die Ergebnisse durchgerechnet, wobei negative Ergebnisse um die Bevölkerung zu motivieren, sich testen zu lassen, nur halb so viel gewichtet werden, wie die positiven Ergebnisse. Das heißt ein negatives Testergebnis gibt 0,50 Punkte, ein positives Testergebnis gibt 1 Punkt. Wenn man über 50 % Punkte/Testanzahl erreicht, darf man für 10 Tage zuhause bleiben. Wenn also jemand 7 Tests macht (die Tests müssen unmittelbar aufeinanderfolgend gemacht werden, damit kein Schummeln möglich ist) und davon sind dann 4 negativ und 3 positiv, dann sind das 2 Punkte für die negativen Tests und 3 für die positiven Tests, also 5 Punkte gesamt. 50 % von 7 ist 3,50 - der Getestete darf also in diesem Fall für 10 Tage Zuhause bleiben. Sollten Tests verloren gehen, was leider auch passieren kann, wird der Getestete nach dem in-dubio-pro-casa-Prinzip unter Quarantäne gestellt. Außer er lässt sich impfen, wobei das freiwillig sein wird, wenn es genügend Freiwillige gibt. Wir setzen hier gewissermaßen in hohem Maße auf unfreiwillige Freiwilligkeit. Und außerdem ist die österreichische Bevölkerung leider zu dumm, um zu kapieren, warum es wichtig ist, dass wir Homeschooling machen und einen Lockdown und zuhause bleiben! Darum habe ich mir jetzt 180 Millionen Euro von Ihren Steuergeldern als Werbebudget bewilligen lassen. Damit ich Ihnen begreiflich machen kann, warum es so wichtig ist, dass Sie sich an meine Maßnahmen halten! Und dieses Werbeetat habe ich mir für die Dauer von vier Jahren einräumen lassen. Es gibt jetzt leider sogenannte Verschwörungstheoretiker, die meinen daraus ableiten zu können, dass Corona gar nicht existieren würde, weil allein der Umstand, dass dieses Werbebudgets für vier Jahre bewilligt worden ist, beweisen würde, dass das Ganze geplant ist. Aber das stimmt nicht! Die vier Jahre sind deswegen, weil ich dann mit einem Großteil dieser 180 Millionen Euro meine nächste Wahlkampfwerbung finanzieren kann ... uuupppppsssss."

Okay ... ich glaube, wenn ich genauer darüber nachdenke, dass ich für die von mir geschriebenen Reden eher keine Vortragenden in den Reigen unserer apokalyptischen Reiter finden werde.

Die Friseure haben übrigens geschlossen und werden, wie es scheint, auch weiterhin geschlossen bleiben. Fakt ist, dass ich kurz vorm Lockdown noch zum Friseur wollte und dann ist es sich mir zeitlich nicht ausgegangen. Ich war überfällig. (Was das Haareschneiden betrifft, nicht die Fruchtbarkeitsperiode.) Ich bin jetzt fast drei Wochen überfälliger, als ich es noch vor drei Wochen war und jetzt dürfen die Friseure wieder nicht aufsperren. Habe ich bereits erwähnt, dass mir das Ganze schon massiv am Ar.....beit geht mir glücklicherweise noch nicht aus. Glücklicherweise hatte ich heue einen B2B-Outdoortermin. Endlich wieder mal eine Kamera in der Hand und damit arbeiten! Zugleich wird es Zeit das heutige Fach-Thema zu behandeln. Ich weiß, gewissermaßen ein harter Übergang im harten Lockdown, quasi ein Bloggus Interruptus.

OUTDOORFOTOGRAFIE

Egal ob Fashionfotografie, Portraitfotografie, Paarfotografie, Familienfotografie oder auch Erotikfotografie - draußen ist praktisch alles möglich! Ich mag die Abwechslung! Nur Studiofotografie wäre mir auf Dauer wahrscheinlich eben so zu monoton, wie ausschließlich Outdoorfotografie. Die Mischung macht's aus! 

Der große Unterschied zum  Studio ist die Abhängigkeit von Wetter, Jahreszeit, Tageszeit und Lichtqualität. Im Studio machst du dir dein eigenes Licht, spielst Sonne. Draußen kann man ausschließlich mit dem vorhandenen Licht (sog. Available Light Fotografie) arbeiten oder zusätzlich mit Blitzen arbeiten. Eine Frage des Geschmacks und der Lichtsituation. Erneut ein relativ kurzer Fachteil, wobei die Kürze dem Umstand geschuldet ist, dass ich jetzt noch rasch einkaufen muss, da für heute Abend selbstgemachte Pizza am Speiseplan steht! Ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der morgen Früh wahrscheinlich wieder leiden wird. Ha! Hunde wollt ihr ewig leben!

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