Lockdown "hart" 2 - day 17 - über die Überwindung, den Sport und Erotikfotografie

Lockdown "hart", Tag 17. Ein Ende in Sicht! Heute Nacht hat es weiter geschneit. Jetzt weiße Pracht, in Kürze brauner Gatsch. Heute ist ein guter Tag. Für nächste Woche drei dringend notwendige Aufträge herein bekommen. Um fit zu sein/bleiben/noch fitter zu werden auch heute 30 Minuten Rudern. Ca. 80 % der Muskelgruppen des Körpers werden dabei beansprucht/trainiert. Start bei Minute 30:00. Bei Minute 28:00 die Frage an mich selbst "Warum???".  Bei Minute 25:00 fängt die Brille zu rutschen an. 12 Minuten sind vorbei, die Brille liegt nun am Boden, meine Augen brennen vom Schweiß und ich kneife sie immer wieder zu. Am See zu rudern hat natürlich Vorteile. Man sieht, erfährt, wie man weiter kommt, eine Distanz zurück legt, bekommt ein Gefühl für die Geschwindigkeit. Nicht so beim Zimmerboden und Rudern am Stand. Ich schließe erneut die Augen und stelle mir vor, am See zu rudern. Im Vierer ... ich bin der Schlagmann. Vor mir sitzt Olga, die 57jährige, ergraute, 118 Kilo schwere Siebenfachweltmeisterin im Bankdrücken als Steuerfrau. Wir kennen Olga bereits von Tag 8 des Lockdowns. Nimmt man Frauen nicht gerne als Steuermänner beim Rudern, weil sie kleiner und leichter sind? "Schnäääjjjjlllääääärrrr!" Die über beide Bootsränder quillende Olga drückt das Ruderboot mit ihrem Gewicht so weit ins Wasser, dass ich im Vierer der einzige bin, dessen Ruder mit dem Wasser noch Berührung haben. Zwei, Drei und Vier flattern mit ihren Rudern wie die Beine eines am Rücken liegenden Käfers durch die Luft. Genauso anstrengend fühlt es sich im Moment auch an. Warum fällt mir immer so ein Flatus ein? Aber das war leider schon immer so. Wenn ich mich daran erinnere, wie ich vor 12 Jahren mit einer zerplatzten Bandscheibe im Krankenhaus gelegen habe und sie mich mit irgendwelchen Opiaten weggebeamt haben ... da war das ganze Zimmer in Rot getaucht ... Energiebahnen waren zu sehen und auf diesen Energiebahnen flogen leuchtende Giraffen, Zebras und Elefanten durch mein Zimmer. Keine spärlich bekleideten, attraktiven Krankenschwestern, die bei jeder Bettumkreisung "Es wird alles gut" flüstern, nein! Afrikanische Viecher! Apropos spärlich bekleidet ... (das Überleiten funktioniert wieder) auch beim heutigen Fach-Thema ist spärliche Bekleidung die Norm. 

EROTIKFOTOGRAFIE

Lingerie-Fotografie, Boudoir-Fotografie, Akt-, Teilakt-, Vollakt-Fotografie ... egal wie man es bezeichnet, all diese Kategorie-Bezeichnungen fallen unter den Überbegriff der Erotikfotografie.

Die Erotikfotografie hat mich zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn wenig interessiert, bis ich auf zwei Dinge drauf gekommen bin:

1. Haut verzeiht weitaus weniger Fehler beim Lichtsetzen, als Kleidung. Die Erotikfotografie ist aus technischer Sicht sehr anspruchsvoll.

2. Es ist eine dankbare Form der Fotografie. Und das ist für mich Motivation. Gerade in der Erotikfotografie kannst den Leuten mit den Fotos echte Freude machen. Und damit solche Fotos entstehen können, muss sich der Mensch vor der Kamera natürlich wohl fühlen. Freunde von mir haben anfangs gewitzelt, wie gut es mir bei meiner Arbeit geht. Ich würde "fesche" Hasen fotografieren können. Dürfen denn nur "fesche Hasen" erotische Fotos von sich machen lassen? Attraktivität, Ausstrahlung, erotische Ausstrahlung definiert sich meiner Meinung nach nicht über den Bodymassindex. Natürlich kann auf Wunsch mit Photoshop das eine oder andere kaschiert werden, aber es gibt auch schon beim Fotografieren Möglichkeiten mit der richtigen Pose, der richtigen Lichtsetzung, das Optimum zu erzielen. Ich hab einen Fotografen-Kollegen, der mir gegenüber mal erwähnt hat, dass Erotikfotos nichts auf der Homepage zu suchen haben, wenn man für Firmen oder Unternehmen fotografieren will. Ich hab über die Aussage lange nach gedacht und dann für mich beschlossen, dass ich diese Dienstleistung auf meiner Homepage trotzdem bewerbe. Ich mache Erotikfotos und stehe dazu. Mir ist Stil wichtig und dass es nicht billig wirkt. Ob in Unterwäsche oder komplett nackt ist mir dabei vollkommen egal. Erotik definiert sich nicht über die Bekleidung. Wenn dann beim Shooting Fotos als Resultat heraus kommen, mit denen die Menschen Freude haben, zufrieden sind, dann hab ich meinen Job gut gemacht und das ist mein persönlicher Anspruch an mich selbst. Sollte jemand Interesse an einem Erotik-Fotoshooting haben, so sei er/sie gewarnt: alles, was am Foto so scheinbar grazil, leicht, locker aussieht, ist in Wirklichkeit eine osteopatisch bedenkliche Verrenkung. Fotoshootings dieser Art werden zwar vorwiegend von Frauen, aber auch immer mehr Paaren in Anspruch genommen.

(Für die hier gezeigten Fotos liegt eine Einverständniserklärung für die Veröffentlichung vor)

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