Lockdown "hart" 2 - day 02 - Passbildfotografie

Tag 2 im "harten Lockdown" beginnt. Die Augen mit großer Sorge, nein stimmt nicht, war mir eigentlich egal. Sorge wäre dann später gekommen. Die Augen auf die Nadel gerichtet. Noch knapp über der Hälfte. Gut so. Ich stehe dazu. Ich bin ein Warmduscher. Abhärtung wunderbar. Stärkung des Immunsystems durch kaltes Duschen. Wunderbar. Damit finge ich dann an, wenn ich mich von der Lungenentzündung, die ich mir beim Kaltduschen eingefangen hätte, wieder erholt haben würde. Wenn Du in der Duschkette der Familie das letzte Glied bist (ja, an dieser Stelle werden wieder etliche weibliche Leser "Dann muss MANN halt früher aufstehen!" raunzen), ist Warmwasser keine Selbstverständlichkeit, denn schließlich ist Fernwärme bei einem Boiler nur die Bezeichnung für die räumliche Distanz des Duschenden zum Warmwasserspeicher.

 

Erste Lockdown-bedingte Halluzinationen machen sich bemerkbar. Zwei Einhörner laufen durchs Badezimmer. Waren dann doch nur die Patschen von der Kleinen.

Schulbeginn Tag 2, Homeschooling. Das Wort hat seit gestern keinen Deut an Attraktivität hinzu gewonnen. Hooooohmmmschooooolllliiiiiiinnnnng.

Das Gute daran ist, dass die Kleine dermaßen brav und pflichtbewusst ist, dass auch ich dem neu erworbenen Status des Lehrkörpers entsprechen kann. Auch wenn sich's manchmal eher wie ein Leerkörper anfühlt.

Vor allem nach einer halben Stunde ausgiebigem Hometraining. Hoooooooohhhhmmmmmtraiiiniiiiiiiiinnng. Warum tu ich mir das an? Diese Frage stelle ich mir, während ich schwer keuchend über mein Notizbuch gebückt beobachte, wie sich der Schweißtropfen, der von meiner Stirn auf die Seite des Buches gefallen ist, seinen Weg durch die darunter liegenden Seiten ätzt. So wie im Film "Alien". Wobei man sich beim Trainieren eher wie "Das Ding aus einer anderen Welt" fühlt. Zumindest im Kopfkino. Somit steht es im Kampf Hannes : Innerer Schweinehund 1:0. Ha! Touchdown! Auf zu neuen Taten!

 

Womit wir beim heutigen Thema wären - der Passbildfotografie:

Aber zuvor nochmal checken, warum es im "Klassenzimmer" (Küche, fängt aber auch mit "K" an), so verdächtig leise ist.

So alles paletti. Hab gerade via Videokonferenz meine ehemalige Englisch-Lehrerin erblickt. Dass sie auch mal eines meiner Kinder unterrichten würde, hätte ich mir zu meiner Gymnasium-Zeit nicht gedacht. 

Passfotos made in Villach

Somit zum Thema "Passbildfotografie" (Endlich).

An dieser Stelle sei der Vollständigkeit wegen erwähnt, dass betreffend der hier verwendeten Passbildfotos eine schriftliche Einverständniserklärung, die zur Veröffentlichung ermächtigt, vorliegt.

 

Mein Motto läutet "HPhoto - Hannes Pacheiner - für Leute, denen  es nicht egal ist, wie ihr Passbild aussieht!".

Das bringt es im Grunde genommen auf den Punkt. Wenn das Aussehen des Passbildes keine Rolle spielt, ist der Passantragsteller beim "Büldlautomatn" am Hauptbahnhof genau so gut aufgehoben, wie bei dem einen oder anderen der sonstigen Passfoto-Anbieter. Den Tippfehler "Mein Motto läutet" lass ich so stehen. Gefällt mir. Mein Motto läutet. Dingelingeling ... Sollte es nicht aufgefallen sein: "Schlampig! Nochmal lesen! Oben bei "Mein Motto ..." beginnen. Nächstes mal genauer!" (Professor Pacheiner, homeschooling-sideeffect).

 

Ich stamme aus dem vorigen Jahrtausend. Da durfte man auf Passfotos noch lachen. Man musste auch nicht komplett frontal in die Kamera blicken, sondern konnte leicht seitlich verdreht dasitzen. Die Fotos wurden auf hochwertigem, kartonstarkem Fotopapier mit strukturierter Oberfläche belichtet, entwickelt und von Hand retuschiert. Das waren noch richtige Portraits!

 

Heute ist die weit verbreitete Meinung, man muss seelenlos in die Kamera starren, darf sich höchstens aussuchen ob mit oder ohne Nummerntaferl unterm Kinn und "neutraler Gesichtsausdruck" ist nur dann gegeben, wenn man einen Fotz zieht.

 

Ich hab da ja auch schon mal mit einer Dame von einer Behörde diskutiert. Definieren wir mal einen "neutralen Gesichtsausdruck". Nehmen wir an, es gibt Leute, die grundsätzlich gut gelaunt sind. Soll ja vorkommen. Zwar immer seltener, aber kommt vor. Diese Leute sind meist daran zu erkennen, dass sie leicht schmunzeln, einen verschmitzten Gesichtsausdruck haben, oder gar grinsen. Jedenfalls sind das Leute, die grundsätzlich "freundlich" drein schauen, weswegen die Mundwinkel, solange sie keinen Kopfstand machen, nach oben gerichtet sind.

 

Und es gibt sogar einen Bericht im Standard mit diesbezüglichen Aussagen des damaligen Bundesinnungsmeisters Ernst Strauss  aus dem Jahre 2010, der bestätigt, dass ein "zahnloses Lächeln" erlaubt ist. Wer jetzt meint "Raus mit der Prothese!" und dann darf man am Passfoto wieder lachen, der irrt zwar, aber dennoch sind die üblichen Verbrecherfotos nicht notwendig.

 

S'Einzige was ich nicht mache - Passbilder von Babies. Ab Kleinkindalter - gerne, auch wenn's da öfter mal länger braucht, bis das Foto im Kasten ist, aber Passbilder von Babies sind mir persönlich zu blöd, nachdem ich da mal ein Erlebnis mit einer Behörde hatte.

Eine Mutter war mit ihren drei Kindern bei mir im Studio, um Passbilder von ihrem jüngsten Kind, gerade ein paar Wochen alt, anfertigen zu lassen.

Dem jungen Mann mangelte es in gewisser Hinsicht an Kooperationswillen. Man hätte ihm beinahe Teamunfähigkeit unterstellen können. Auf die höfliche Bitte, den Kopf zu heben, gerade in die Kamera zu blicken, den Mund geschlossen zu halten und einen neutralen Gesichtsausdruck "aufzusetzen" hat er mit schierer Ignoranz  reagiert, sogar die Augen zugemacht und den Kopf zur Seite gedreht. Nach einer guten dreiviertel Stunde war dann ein passbildtaugliches Foto gemacht.

 

Nachdem die Augen des jungen Mannes aber nicht zur Gänze geöffnet gewesen waren und ich der Mutter mit ihren drei Kindern Anstellen beim Passamt zu ersparen, wo am Ende womöglich das Passbild abgelehnt worden wäre, beschloss ich mich mit diesem Passfoto selbst beim Passamt anzustellen. Langer Rede kurzer Sinn - 3 Bedienstete - 3 Meinungen. Am meisten imponiert hat mir die pragmatische Aussage des männlichen Bediensteten "Der hot holt so an Schlofzimmablick ... des is a Baby." Richtig. Ein Baby. Dennoch mussten wir das Passbild nochmal machen, um ein Foto zu schaffen, dessen biometrische Daten man sich spätestens nach ein paar Wochen dann auch wieder einrexen kann, weil sich die Gesichtsproportionen eines wenige Wochen alten Babies laufend verändern. So wie sich auch Haar- und Augenfarbe noch ändern (können).

 

 

Selbstverständlich werden bei den Passfotos allfällige Hautunreinheiten retuschiert (weder biometrisches Merkmal, noch 10 Jahre existent (hoffentlich)) und die Hauttonwerte angepasst, also Rötungen gemildert/entfernt.

 

Außerdem kann auf Wunsch natürlich auch ein "normales" Portraitfoto, das dann entsprechend anders ausgeleuchtet werden oder mit einem anderen Hintergrund erstellt werden kann, mit angefertigt werden.

Wenn einer eine Reise tut ...

... und einen neuen Reisepass beantragen muss, somit ein aktuelles Passfoto benötigt (diese dürfen zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht älter als 6 Monate sein), so ist er herzlich bei mir in meinem Fotostudio in Villach willkommen. Allerdings bitte immer zuerst einen Termin ausmachen (telefonisch oder via Kontakt-Möglichkeit auf der Homepage, da ich - wenn ich nicht gerade eingesperrt bin - auch viel auswärts arbeite. 

 

So ... und jetzt werden die Hausaufgaben weiter kontrolliert. Yippieeeeeh.

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Kommentare: 2
  • #1

    Susanne Scholz (Mittwoch, 18 November 2020 20:10)

    ....an das Passfoto kann ich mich noch bestens erinnern ;) Sorry das wir da die Abschreckenden dann waren für dich!!
    Bin schon auf deinen Eintrag morgen gespannt ;)

  • #2

    Hannes Pacheiner (Mittwoch, 18 November 2020 20:16)

    Nein! Ihr wart nicht die Abschreckenden! Die behördliche Willkür war abschreckend! �