Lockdown "hart" 2 - day 01 - Hochzeitsfotografie

Letzten Samstag die Bekanntgabe eines neuerlichen "harten" Lockdowns. 

 

Nach anfänglicher Frustration gewürzt mit Spuren von Depression und feinen Essenzen der Aggression hat mich der Blitz glücklicherweise nicht beim Sch.... getroffen, aber es sind diese Momente, in denen einem so manch Gedanke zufliegt.

 

Ich habe daher beschlossen, die Zeit während des Lockdowns unter anderem dafür zu benutzen, Tag für Tag eine Sparte meiner Dienstleistungen vorzustellen und ein wenig zu beschreiben. Es kommt immer wieder vor, dass Leute mich fragen, ob ich eigentlich zum Beispiel auch Passfotos mache, oder eben zum Beispiel Hochzeiten fotografiere, weil sie es nicht wissen.

 

Nebenbei mache ich gerade hier und jetzt auch Homeschooling. Meine jüngste Tochter frägt mir Löcher in den Bauch. Meistens Dinge, die eh im Buch stehen. Aber auch das werden wir noch schaffen. Egal was ich davon halte, es nützt nichts, da müssen wir durch. Wird noch soweit kommen, dass mir das Peraugymnasium in Villach eine Lehrstelle anbieten wird.

 

P² = P • P = Professor Pacheiner

HP² = H • (P • P)= Herr Professor Pacheiner

HP²k = H • (P • P) • k = Herr Professor Pacheiner kocht

 

Jetzt ist nämlich Zeit für Mittagessen machen, denn schließlich braucht die Maus was Warmes im Magen. Weiterschreiben kann ich dann auch noch. Aber - das Gute an der Sache ist - wir haben ja bereits Tag 1! Ein paar Stunden sind schon geschafft!

 

Erkenntnis nach dem Mittagessen:

Man(n) kann ältere Cocktail-Tomaten, die schon etwas "eingelaufen" sind und zum Verzehr nicht unbedingt einladen noch wunderbar verwenden, indem man sie für einen Salat aufbereitet. Dafür hab ich so einen Gemüse-Shredder von Tupperware. Ging ungewöhnlich schwer. Tomaten vielleicht doch schon etwas zu alt? Hab beim Abwaschen bemerkt, dass ich den Messerschutz nicht entfernt hatte.

 

Back to topic - Hochzeitsfotografie

Das Ringfoto - in abgewandelter Form zugleich Titelfoto für diesen Blogbeitrag - steht sinnbildlich für vieles. Es steht für meine Art zu fotografieren. Es steht für die Ehe, Beziehungen an sich und lädt zum Entdecken und wenn man möchte Sinnieren ein.

 

Eine Granate per se ist an und für sich ja nichts Positives. Sicherungsstift/Ring gezogen, den Sicherungsbügel ja nicht loslassen - außer beim Werfen - ansonsten geht's Bumm. Diese Granate ist nicht scharf gewesen, dafür Rot angemalt. Rot - die Farbe der Liebe. Statt des Sicherungsstiftes mit Ring hängen die beiden Eheringe eng aneinander "gekettet", "vereint" daran. Ein "befriedetes Pulverfass" ... und und und ... so ein Schaß fällt mir ein, wenn ich so ein Foto mache.

 

Die Welt mit anderen Augen sehen. Den Moment erleben, Fotos machen, bei denen man beim Anschauen den Moment wieder erleben, nacherleben kann. Zeigen, was da ist, was da war.

Das ist zugleich auch der Grund, warum ich authentische Fotos liebe.

 

Ich war in meinen berufsfotografischen Anfängen als Hochzeitsfotograf für eine Hochzeit gebucht, bei der ein Großteil der Hochzeitsgesellschaft inkl. Braut jedes Mal, wenn sie mitbekommen haben, dass die Kamera auf sie gerichtet gewesen war, ein breites Grinsen aufgezogen haben, das in dem Moment wieder verschwand, als das Foto geschossen war. Damals habe ich erkannt - das ist die Art von Hochzeitsfotografie, die mich NICHT interessiert.

 

Ich will mit meinen Bildern die Geschichte von diesem einen besonderen Tag erzählen. Einem der hoffentlich schönsten, zugleich hoffentlich nicht der schönste Tag im Leben des Brautpaares. Wäre es der schönste Tag, würd's von da an eigentlich nur mehr bergab gehen. Ist manchmal eh der Fall. So gesehen würde es dann wieder stimmen. Aus diesem Grund verwende ich bei meinen Brautpaar-Kennenlern-Gesprächen auch nie das schwülstig schmalztriefende "Ich will Euren schönsten Tag in atemberaubenden Bildern, die Eure innige Liebe widerspiegeln sollen, einfangen!"-Vokabular. Hab Brautpaare aber schon dann und wann beim Kennenlernen gefragt, ob sie sich sicher sind - wenn dann eine blöde Meldung gefolgt mit Gelächter kommt, weiß ich schon, das ist ein Brautpaar, das zu mir passt und eines zu dem ich passen könnte. 

Ein Foto von einer meiner ersten Hochzeiten aus dem Jahr 2013. Nach wie vor eines meiner absoluten Lieblingsfotos. Nicht nur, dass ich zwei extrem liebe Menschen kennenlernen durfte, mit denen mich noch heute eine Freundschaft verbindet, es war zudem eine ausgesprochen schöne, kreative (beide sind Künstler) und lustige Hochzeit!

 

Dieses Foto entstand, weil der Bräutigam im Zuge des Paarshootings immer wieder was beim Kleid der Braut zu richten hatte, wenn sich der Saum irgendwo verfing.

Situation erfasst, Okkasion bemerkt, den Bräutigam aufgefordert, das Kleid doch auch weiter drunter zu richten ...

Ein Gelächter, eine Gaude und das Bild war im Kasten.

Der Bräutigam wie er vor dem Drachen (die Holzskulptur!!!) kniet und das Unterkleid seiner Braut richtet. Wer anderes denkt, möge sich an dieser Stelle schämen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Foto von einer Vorbesprechung (Damals noch leidenschaftlicher Zigarrenraucher, zur Zeit nur Leidenschaft) mit einem meiner Brautpaare.

Wie läuft das in der Praxis ab? Der normale Ablauf sieht so aus, das ich von den Brautpaaren, die einen Hochzeitsfotografen suchen, eine Anfrage bekomme. Ich sende Informationsmaterial zu und wenn ich für die angehenden Eheleute sowohl als Fotograf als auch preislich in Frage komme, lade ich meine "potentiellen, künftigen Brautpaare" zu mir ins Fotostudio in Villach auf einen beiderseits unverbindlichen Kennenlerntermin ein. Dabei können wir auch gleich überprüfen, ob die Chemie zwischen Brautpaar und mir passt. Dass ist für mich die wesentliche Voraussetzung, dass ich eine Hochzeit als Fotograf begleite. Wenn die Chemie nicht passt, wird's ein anderer Fotograf. Und wenn dem Brautpaar die Chemie nicht wichtig ist, ist's nicht das richtige Brautpaar für mich. Dafür verbringe ich zu viele Stunden gemeinsam mit diesen Menschen und im Anschluss beim Sichten und Bearbeiten der Fotos. Außerdem würde ich bei meiner Hochzeit auch nur einen Fotografen wollen, mit dem es passt, der in punkto Bildsprache aber auch Wesen dem entspricht, was ich mir vorstelle. Oder eben die Frau sich vorstellt. 

Wenn ich als Hochzeitsfotograf gebucht werde, gibt es vor der eigentlichen Hochzeit mit meinen Brautpaaren eine Besichtigung der Location(s). Wir gehen den Ablauf erneut durch, besprechen allfällige Wünsche, die nach dem ersten Kennenlerngespräch noch aufgekommen sind und machen ein kleines Probeshooting.

 

Und auf diese Art und Weise entstehen dann oftmals wie beiläufig am Tag der Hochzeit Fotos, die zum Brautpaar passen. Jedes Brautpaar soll die Fotos bekommen, die es sich wünscht, die es sich vorstellt.

Das sind für die einen "ruhigere, klassischere" Fotos, für die anderen "verrückte, ausgeflippte" Fotos - für mich eben wichtig - authentische Fotos.

Und hier noch ein Überblick, ein kleiner Auszug aus den Tausenden von Hochzeitsfotos der letzten Jahre. Ich baue gern Persönliches in die Bilder ein, sei es auf Wunsch der Brautpaare oder auf meinen Input hin. 

Je nachdem, ob der Bräutigam ein begeisterter Fischer ist, sich das Brautpaar beim Boxen oder beim Beach-Volleyball-Spielen kennengelernt hat, begeisterte Bergfexe sind, eine Vorliebe für das Mittelalter oder auch bestimmte Plätze haben - ich versuche das in ein paar oder zumindest einem Bild umzusetzen. Mir ist wichtig, dass meine Brautpaare die Fotos bekommen, die sie sich gewünscht haben und bei derer Betrachtung sie ihren Hochzeitstag aufs Neue erleben können. 

 

Sollte jemand von Euch die Absicht haben, zu heiraten, noch auf der Suche nach einem Hochzeitsfotografen sein und Gefallen an meiner Einstellung und meinen Bildern finden - Kontakt/Anfrage via "Kontakt" kostet außer ein paar Sekunden Zeit nichts.

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